Industrieventilen ein zweites Leben geben: Definox strukturiert eine neue Wiederverwendungskette
Was wäre, wenn auch Industrieventile mehrere Leben haben könnten?
Gemeinsam mit REVAMP und CPFI Inox startet Definox einen Second Life Ansatz rund um die bei Kunden installierten Ventilbestände. Ziel ist es, eine strukturierte Kette aufzubauen, um noch nutzbare Ventile zurückzugewinnen, aufzubereiten und wieder in den industriellen Wirtschaftskreislauf einzubringen.
„Für Privatpersonen ist der Kauf von Gebrauchtwaren heute selbstverständlich. In der Industrie ist das noch immer sehr marginal“,
erinnert Laurent Maillard, Initiator des Projekts auf Seiten von CPFI Inox und REVAMP.
Eine bereits vorhandene Ressource … und ein Modell, das noch aufzubauen ist
Seit mehreren Jahrzehnten stattet Definox führende Unternehmen der Lebensmittel und Kosmetikindustrie aus. Das Ergebnis ist ein erheblicher installierter Bestand, verteilt über das gesamte Gebiet.
In der Praxis bleibt ein Teil dieser Ventile ungenutzt. Rezepturänderungen, Linienanpassungen, Werksschließungen – viele Situationen führen dazu, dass noch funktionsfähige Anlagen aus dem Produktionskreislauf herausfallen, ohne einfache Möglichkeit zur Wiederverwertung.
„Wir verfügen über einen installierten Bestand, der eine enorme verfügbare Ressource darstellt und manchmal im Container landet“,
fasst François Caudrelier zusammen.
Anstatt sofort ein standardisiertes Angebot zu schaffen, hat sich Definox bewusst dafür entschieden, zunächst die Struktur der Wertschöpfungskette aufzubauen. Sammeln, sortieren, aufbereiten, wieder einführen – ein Prozess, der noch organisiert werden muss.
„Die Idee ist, zu lernen und zunächst kleine Flüsse aufzubauen, um das Modell später zu skalieren.“
Wiederverwendung – mehr als nur Instandhaltung
Second Hand darf nicht mit Wartung verwechselt werden.
„Ein Ventil zurückzuschicken, zu reparieren und beim gleichen Kunden wieder einzubauen, machen wir seit 50 Jahren. Second Hand bedeutet Eigentumsübertragung.“
Ein Ventil verlässt einen Industriestandort, wird aufbereitet und anschließend an einem anderen Standort wiederverwendet. Diese Zirkulation zwischen Akteuren bildet die Grundlage der Wiederverwendungslogik.
Um diese Kette funktionsfähig zu machen, stützt sich Definox auf zwei sich ergänzende Partner:
- CPFI Inox, zuständig für Rückgewinnung, Sortierung, Handel und Aufbereitung
- REVAMP, das Ingenieurkompetenz einbringt und Second Hand Lösungen in komplette Industrieprojekte integriert
„Definox Ventile sind zu 100 % wartbar“, betont Laurent Maillard – eine wesentliche Voraussetzung für ihre Wiederverwendung.
Flüsse aktivieren und industrielle Standards sichern
Definox führt die Aufbereitung nicht selbst durch. Die Rolle des Unternehmens besteht darin, sein Netzwerk zu aktivieren sowie die Dynamik anzustoßen und zu strukturieren.
„Mein Ziel ist es, die Kunden dazu zu bringen, uns anzurufen – nachdem wir ihnen 20 Jahre lang Nein gesagt haben“,
erklärt François Caudrelier.
Definox fungiert als zentrale Anlaufstelle, identifiziert Ventilpotenziale und leitet Industrieunternehmen an CPFI Inox weiter.
Der schrittweise Ausbau geht mit klaren Anforderungen einher: Second Hand Lösungen müssen den industriellen Standards entsprechen.
„Wir sprechen hier von Industrieunternehmen auf hohem Niveau.“
Die aufbereiteten Ventile basieren auf:
- Original Ersatzteilen des Herstellers
- einem kontrollierten Aufbereitungsprozess
- der Prüfung aller produktberührenden Komponenten
- einer 6 monatigen Garantie
Eine Logik der Flüsse statt der Lagerhaltung
In diesem Ansatz basiert die Verfügbarkeit von Ventilen nicht auf einem standardisierten Lagerbestand, sondern auf den Flüssen zurückgewonnener und aufbereiteter Komponenten.
Ein Modell, das sich noch im Aufbau befindet – und bewusst so angelegt ist.
„Die Idee ist, zu lernen und die Flüsse schrittweise zu strukturieren“,
erinnert François Caudrelier.
Ein pragmatischer Ansatz, der darauf abzielt, zunächst eine robuste Kette aufzubauen, bevor sie skaliert wird.
Die Zukunft des Industrieventils vorbereiten
Über das kurzfristige Geschäftsmodell hinaus ist diese Initiative Teil einer langfristigen Überlegung.
Angesichts von Rohstoffknappheit, Dekarbonisierungszielen und dem Wunsch nach lokaleren Lösungen wird die Nutzung bestehender Ressourcen zu einem strategischen Hebel.
„Wir haben allen Grund, jetzt damit zu beginnen.“
Erste Projekte, die neue und aufbereitete Komponenten kombinieren, zeigen bereits, dass dieser Ansatz in konkrete industrielle Anwendungen integriert werden kann.
Den Second Life Reflex etablieren
Die Herausforderung besteht nun darin, einen neuen Reflex zu verankern: Ein ungenutztes Ventil nicht als ruhenden Bestand, sondern als Ressource zu betrachten.
Verfügen Sie über ungenutzte Ventile?
Die Teams von Definox, REVAMP und CPFI Inox unterstützen Sie bei der Bewertung des Wiederverwendungspotenzials und bei der Organisation der Wiederverwendung.
Kontakte:
DEFINOX: sav@definox.com
CPFI Inox: commercial@cpfi-inox.com